Jedes Jahr im Frühling ist es so weit - die Wiesen färben sich gelb und die Geister scheiden sich. Rede ist von den üppigen Löwenzahnwiesen. Für die einen ist der sich schnell ausbreitende Löwenzahn ein Ärgernis, eine unordentliche Ansammlung von Unkraut, der man aufgrund der tiefen Wurzeln kaum Herr wird. Ein Zeichen von Überdüngung und Verdrängung anderer Pflanzen. Für die anderen sind es Kindheitserinnerungen, viele leuchtenden Sonnen auf engstem Raum, Frühlingsgeruch, das Summen der Bienen, klebrige Finger vom Löwenzahnsaft, die Freude und leuchtenden Augen, wenn die kleinen Faltschirme der Pusteblumen vom Wind oder Atem davongetragen werden.
Für mich sind die Löwenzahnwiesen ein kulinarisches Paradies und eine sprudelnde Quelle an kreativen Bastelideen. Auch meine beiden Kinder lieben den Löwenzahn und natürlich die Pusteblumen. So wird der Weg vom Kindergarten nach Hause unendlich lange. Nicht was die Strecke, aber die Zeit betrifft. An jeder Ansammlung von Pusteblumen wird angehalten, gepustet, geschüttelt, gemessen wer den längeren Stängel hat, verglichen wer weniger pusten muss, bis alle Faltschirme weg sind und gesammelt. In den letzten Tagen habe ich unzählige Kinderhände voll zerdrückte Blüten bekommen immer gleich auch mit einer Idee oder Wunsch, was ich daraus doch bitte herstellen soll.
Bei uns besonders beliebt ist gerade die Löwenzahnlimonade. Hierzu werden ca. 3 Handvoll (60 Stück) gelben Zungenblüten des Löwenzahns gezupft und zusammen mit zwei dünnen Zitronenscheiben und 1-2 Teelöffel Zucker gemörsert. Anschließend das Gemisch in eine Karaffe und mit 0,75l (Mineral-)Wasser aufgefüllt. Nach einigen Minuten erhält man eine herrlich leckere gelbe Limonade, die man nur noch abseihen muss. Dekoriert mit einer Löwenzahnblüte und mit einem Löwenzahnstängel als Strohhalm hat man sich die Löwenzahnwiese nicht nur ins Glas sondern und ins Haus geholt.